Kirchengruppe
Blumenstein
Ehemalige St. Nikolauskirche.
Der gotische Bau entstand im frühen 14. Jahrhundert, der romanische Turm
stammt vom Vorgängerbau und datiert aus der ersten Hälfte des 13.
Jahrhunderts. Spätgotische, dreigliedrige Holzdecke aus dem frühen
16. Jahrhundert; bedeutende Glasmalereien der höfischen Hochgotik am Oberrhein
aus dem frühen 14. Jahrhundert im Chor; Wandmalereien des späten 15.
Jahrhunderts. Kanzel 1670, Schalldeckel 1757, Taufstein und Abendmahlstisch
Mitte 18. Jahrhundert, Chorgestühl 1758. Ehemaliges Pfarrhaus, erbaut 1553-1555
von den Lampartern (= Lombarden) Ludi Gasp und Christen Manot, zur heutigen
Erscheinung umgebaut 1706-1707. Steinstock mit Rieggiebel und traufseitigem
Wendelstein (Treppenturm), Krüppelwalmdach, schöne Freibünde.
Gemauertes Ofen-Waschhaus, stattliche obrigkeitliche Pfrundscheuer (Zehntenscheune),
anderthalbgeschossiger Speicher (alle 18. Jahrhundert).
19
Hubel (Blumenstein Nr. 52)
Bauernhaus von 1762 mit zwei Frontstuben und einer jüngeren traufseitigen
Erweiterung. Erbaut von Zimmermeister Jacob Meyer für Anthoni Rufener und
Catharina Winckler. Ständerbau mit abgewalmtem und geknicktem Steildach,
Ründi, Ründipfosten, Bühnis- und Gadenlaube. Vertreter des jüngeren
Haustypus, wie er in dieser Gegend seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vorkommt.
Reicher Dekor; sogar die Ständer sind mit flachgeschnitzten Karnieslinien
verziert. Im 19. und 20. Jahrhundert verschiedene Änderungen besonders
auch der Befensterung. 1985/86 umfassend renoviert.
18
Tannenbüel (Blumenstein Nr. 97)
Bauernhaus mit schwach geneigtem Giebeldach von 1776. Ständerbau, Giebelfeld
Blockkonstruktion. Erbaut von Zimmermeister Hans Schober von Wattenwyl für
den Säumer Christen Rothacher und seine Frau Susanna Spring. Das Wohnhaus
ist einraumtief, d.h. die beiden Stuben und die östlich anschliessende
Küche liegen alle in der Giebelfront. Dahinter schloss unmittelbar die
alte Scheune an. Solche Grundrissdispositionen sind hier selten, sie kommen
häufiger bei den Vorsasshäusern des westlichen Oberlandes vor. Schöner
und reicher Dekor. Umfassende Renovation 1990/91.
17
Schlatt (Blumenstein Nr. 90)
Mühlespeicher und Ofenhaus von 1741. Schlanker, dreigeschossiger Massivbau
mit abgewalmtem, geknicktem Dach und umlaufender Holzlaube. Erbaut von Hans
Rufener und seinen Söhnen Hans, Bernhard und Bendicht. Renoviert 1916 und
1976.
16
Rohrmoos (Pohlern
Nr. 3)
Grosses Bauernhaus von 1775. Vierstufenbreiter Ständerbau mit abgewalmtem
Steildach, breiter geschweifter Ründi, Ründipfosten, Bühnislaube.
Erbaut von Zimmermeister Daniel Schober von Wattenwil. Schöne zeitgenössische
Schmuckelemente wie Malereien, Ausstiche der Laubenbrüstungen usw. 1975
umfassend renoviert und zur Gastwirtschaft ausgebaut. Als Typus verwandt mit
den Simmmentaler Grosshäusern, etwa jenen von Erlenbach (1766) oder Oberwil/Pfaffenried
(1792).
15
Hof (Pohlern Nr.
23)
Bauernhaus von 1750, umgebaut 1772. Erbaut als Ständer-Blockbau mit schwach
geneigtem Giebeldach nach Simmentaler Art, von Zimmermeister Michel Teuscher
für Christen Wenger und Elisabeth Niergart (doppelzeiliger Hausspruch auf
dem Stubenbund). 1772 abgewalmtes Steildach mit Ründi, Ründipfosten
und Bühnislaube (phantasievolle, reiche Bemalung, stilistische Verwandtschaft
zum Rokoko), Anbau der Scheune mit Hocheinfahrt.
14
Obermättli (Pohlern Nr. 25 A)
Bauernhaus aus dem späten 16. Jahrhundert, Stubengeschoss erneuert 1688
(Hausspruch), Scheune jünger. Stubengeschoss in Ständer-, Obergeschoss
und Giebel in Blockbau nach Simmentaler Art, giebelseitige Fassade, schwach
geneigtes Giebeldach. Umbau durch Zimmermeister Hans Bähler - aus einer
bekannten Zimmermeisterfamilie - für Feldvenner Christen Winkler und Anna
Zürcher. Im oberen Teil der Fassade bemerkenswerte Schmuckformen aus der
Zeit kurz vor 1600, im unteren Teil weitgehend schmucklos. Auch im 19. und 20.
Jahrhundert verschiedene Veränderungen.
13
Obermättli (Pohlern
Nr. 28)
Bauernhaus von 1774, Scheune jünger. Ständerbau mit schwach geneigtem
Giebeldach und giebelseitiger Fassade. Reicher Dekor, z.B. Bundvorstösse
und Laubenausstiche. Tiefgreifende Veränderungen 1976.
12
Obere Bachtelen (Pohlern Nr. 55B/A)
Bauernhaus von 1755, Ständerbau mit abgewalmtem Steildach, Ründi,
Ründipfosten und Bühnislaube. Reiche Bemalung mit Blumenmotiven und
heraldischen Löwen (stilistische Verwandtschaft zum Rokoko). Vertreter
des jüngeren Haustypus, wie er in dieser Gegend seit der Mitte des 18.
Jahrhunderts vorkommt. Sehr frühe Ründi an einem Bauernhaus. Daneben
Speicher-Ofenhaus / Stöckli, Kern 17. Jahrhundert, heutige Erscheinung
von 1812. Ständerbau mit eleganter Ründi. Reicher Dekor, keine Bemalung.
11
Boden (Pohlern
Nr. 49 C)
Zweigeschossiger Speicher von 1621. Blockbau, vorkragendes Obergeschoss in altertümlichem
Bohlenverband. Feine Würfel- und Rillenfriese, Antiquainschrift. Wohnhaus:
Neubau nach Brand 1968.
10
Eschli (Blumenstein
Nr. 143,144)
Bauernhaus von 1719, Scheune jünger. Ständerbau mit giebelseitiger
Fassade und schwach geneigtem Giebeldach von Zimmermeister Christen Bähler
- aus einer bekannten Zimmermeisterdynastie - für Hans Kissling und Verena
Stalder. Hausspruch in gekerbter Fraktur, guter Dekor. Vorgelagert grosses Ofenhaus
und Schuppen, vermutlich 19. Jahrhundert. In der Siedlung Eschli: Einzigartiger
Bestand von Bauernhäusern des alten Typus, mit schwach geneigten Giebeldächern.
9
Wäsemli (Blumenstein Nr. 154/155, 156)
Schönes Bauernhaus, 2. Hälfte 18. Jahrhundert. Ständerbau mit
Steildach und leicht gedrückter Ründi. Für Zeit und Region typischer
Bau. Davor hübsches ehemaliges Ofenhaus aus dem 19. Jahrhundert. Vorraum
zu Stube ausgebaut.
8
Wäsemli (Blumenstein Nr. 198)
Bauernhaus von 1685, Scheune neu. Stubengeschoss in Ständer-, Obergeschoss
und Giebel in Blockbau nach Simmentaler Art, giebelseitige Fassade, schwach
geneigtes Giebeldach. Erbaut von Zimmermeister Bendicht Bähler - aus einer
bekannten Zimmermeisterfamilie - für Christen Bähler. Zeittypische
Schmuckformen wie Würfel- und Rautenfriese, Konsolen. Umfassende Restaurierung
1983 - 1989.
7
Gasse (Blumenstein Nr. 203)
Bauernhaus von 1720. Tiefgreifende Veränderungen im 20. Jahrhundert. Ständerbau
mit giebelseitiger Fassade und schwach geneigtem Giebeldach. Erbaut von Zimmermeister
Christen Bähler dem Jungen - aus einer bekannten Zimmermeisterfamilie -
für Hans Winkler und Madlena R.... . Die Küche und die Stuben liegen
nebeneinander in der Front, der breite Wohnteil ist somit nur einraumtief.
6
Gasse (Blumenstein
Nr. 180, 181)
Stattliches Bauernhaus aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ständerbau
mit geschweifter Ründi, Ründipfosten und Bühnislaube. Eindrückliche
Zimmerung der Scheune. Schöner Dekor, am Stubenbund eine teilweise abgedeckte
Bauinschrift in Fraktur. Vertreter des jüngeren Haustypus, wie er in dieser
Gegend seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vorkommt. Vorgelagert ein hübsches
Ofenhaus, hinter dem Haus das untere Geschoss eines Speichers von 1683.
5
Rüdeli (Blumenstein Nr. 215)
Kleines Bauernhaus, vermutlich 18. Jahrhundert. Stubenanbau rechts jünger,
Ständerbau mit giebelseitiger Fassade und schwach geneigtem Giebeldach.
Zurückhaltender, guter Dekor.
4
Rüdeli (Blumenstein
Nr. 216)
Grosses Bauernhaus von 1655, Scheune jünger. Nach Simmentaler Art Stubengeschoss
in Ständerbau, Obergeschoss und Giebel in Blockbau, schwach geneigtes Giebeldach.
Erbaut von Hans Eimann, einem der bekanntesten Zimmermeister des Amtes Thun
im 17. Jahrhundert, für David Rufener. Reicher Dekor (Würfel, Rillen,
Konsolen), mehrfarbiger Hausspruch in Antiqua und Fraktur, Konturen einer Symbolfigur
der Gerechtigkeit. Umfassende Restaurierung 1986-1991.
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3
Schitermatt (Blumenstein
Nr. 228)
Grosses Bauernhaus von 1743, Erweiterungen im 20. Jahrhundert. Ursprünglich
Ständerbau mit schwach geneigtem Giebeldach. Erbaut von Zimmermeister Christen
Eggenberg dem Jungen für David Rothacher, Madlena Meyer, ihren Sohn Joseph
Rothacher und Barbara Wenger. 1960,1974 grosse Umbauten der Scheune, 1975 abgewalmtes
Steildach, Ründi und Bühnislaube (alte Gadenlaube entfernt) am Wohnhaus
durch Zimmermeister Hans Meyer für Franz und Getrud Rufener.
2
Allmit (Blumenstein
Nr. 230)
Bauernhaus von 1811 (Datum am Stubenofen). Verschalter Ständerbau mit abgewalmtem
Satteldach, Ründi und ausgeprägter giebelseitiger Fassade. Gute ursprüngliche
Bausubstanz, schöne lnterieurs und Details. Jüngerer Haustypus des
nördlichen Alpenvorlandes, Verbreitung seit der Mitte des 18. Jahrhunderts.
1 Allmiteggen
(Blumenstein Nr. 257)
Bauernhaus aus dem
17. Jahrhundert. Scheune im frühen 20. Jahrhundert vergrössert.
Ständerbau mit traufseitiger Fassade und schwachgeneigtem Giebeldach.
Alter Haustypus des nördlichen Alpenvorlandes, kommt vom Freiburgerland
bis ins Zürcher Oberland vor.
Der
Prospekt zum Stockentaler Hausweg kann
bei der Gemeindeschreiberei Blumenstein gratis bezogen werden. Der Wanderführer
zu ländlicher Architektur ist bei der Gemeindeschreiberei Blumenstein oder
beim Verkehrsverein Blumenstein-Pohlern (Tel.
033 356 21 87 oder 033 356
12 06)
zu Fr. 11.- erhältlich.
Stockentaler
Hausweg interaktiv
Blumenstein
verfügt über eine beträchtliche Anzahl alter, teilweise gut
erhaltener und aufwendig renovierter Häuser. Der Berner Heimatschutz
und die Berner Wanderwege haben einen Stockentaler Hausweg erstellt.